Entsiegelung – warum weniger Pflaster deinen Garten besser macht.

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„Pflegeleicht“ wurde lange Zeit mit „viel Pflaster“ gleichgesetzt: komplett gepflasterte Einfahrten, große Terrassen, schmale Beete, wenig Grün. In Zeiten von Hitze und Starkregen zeigt sich, dass dieser Ansatz große Nachteile hat – für das Klima, für die Pflanzen, aber auch für dein persönliches Wohlbefinden im Garten und in der Stadt.

Was ist Entsiegelung?

Unter Entsiegelung versteht man das Reduzieren von dauerhaft dichten, wasserundurchlässigen Flächen zugunsten von

  • wasserdurchlässigen Belägen,
  • begrünbaren Fugen,
  • Pflanzflächen und Beeten.

Ziel ist, dass Regenwasser möglichst dort versickern kann, wo es fällt – und dass sich Flächen weniger stark aufheizen.


Probleme stark versiegelter Gärten

  • Überhitzung: Dunkle Beläge speichern Sonnenwärme und geben sie abends wieder ab. Das sorgt für tropische Nächte auf der Terrasse und ein unangenehmes Mikroklima.
  • Kein Wasser für Pflanzen: Regenwasser läuft schnell ab und fehlt später in Trockenphasen. Pflanzen müssen häufiger bewässert werden.
  • Überlastung der Kanalisation: Bei Starkregen fließt das Wasser direkt in den Kanal – bei vielen versiegelten Flächen im Wohngebiet kann das zu Überlastungen führen.
  • Wenig Lebensraum für Tiere und Pflanzen: Versiegelung reduziert die Artenvielfalt: weniger Pflanzen, weniger Insekten, weniger Vögel.

Wie du das abfließende Wasser stattdessen auf dem Grundstück hältst, haben wir im Beitrag Wasser im Garten halten beschrieben.


Wo Entsiegelung besonders sinnvoll ist

Im privaten Garten schauen wir uns typischerweise diese Bereiche genauer an:

  • Einfahrten und Stellplätze: häufig komplett versiegelt.
  • Terrassen: sehr große, durchgehende Flächen mit wenig Grün.
  • Zugänge und Wege: mehr Belag als nötig, oft breiter angelegt, als es die tatsächliche Nutzung verlangt.

Hier lassen sich oft schon mit relativ kleinen Veränderungen große Effekte erzielen.
Unser Ansatz bei GOS Gärtner Osnabrück lautet: So viel Versiegelung wie nötig und so wenig wie möglich.


Alternative Beläge und Lösungen

1. Versickerungsfähige Pflaster- und Plattensysteme

Es gibt moderne Beläge, die optisch hochwertig sind und dennoch Wasser versickern lassen – z. B. durch spezielle Fugenfüllungen oder poröse Steine. Wichtig ist der passende Unterbau, damit die Funktion dauerhaft erhalten bleibt.

2. Rasenfugen & Pflasterrasen

Zwischen den Steinen wächst Gras oder eine niedrig wachsende Pflanzendecke. Typisch für

  • Stellplätze,
  • selten genutzte Zufahrten,
  • Übergangsbereiche,
  • Trittplattenwege.

Das reduziert die versiegelte Fläche und kühlt gleichzeitig.

3. Kies- und Splittflächen mit Bepflanzung

Richtig geplant, können Kiesflächen mit standortgerechter Bepflanzung pflegeleicht und ökologisch wertvoll sein, im Gegensatz zu „Schottergärten“, die fast ohne Pflanzen auskommen. Entscheidend ist der Pflanzanteil und eine durchdachte Artenauswahl. Der Kies dient hier als Mulchschicht und reduziert die Verdunstung sowie das Auflaufen von Wildkräutern.

4. Mehr Beete, weniger Stein

Oft lässt sich einfach ein Teil einer bestehenden Pflasterfläche aufnehmen und durch ein oder mehrere Beete ersetzen. Diese sorgen für

  • Beschattung des Bodens,
  • bessere Versickerung,
  • Lebensraum für Insekten und Vögel.


Entsiegelung als Chance zur Neugestaltung

Entsiegelung bedeutet nicht Verzicht auf Komfort. Im Gegenteil: Viele Kund:innen erleben ihren Garten nach solchen Maßnahmen als

  • angenehmer, weil es weniger Hitzeinseln gibt,
  • ruhiger und natürlicher, weil mehr Grün da ist,
  • wertiger, weil Gestaltung und Funktion besser zusammenpassen.

In der Garten- und Freiraumplanung von GOS Gärtner Osnabrück nutzen wir Entsiegelungsmaßnahmen häufig als Ausgangspunkt für eine komplette Neuorganisation der Außenanlagen – besonders bei Bestandsimmobilien.

Ein zusätzlicher Anreiz für Grundstückseigentümer in Osnabrück: Die Stadt fördert Entsiegelungsmaßnahmen mit anschließender Begrünung im Rahmen des Programms „Grün statt Grau“. Gefördert werden unter anderem die Entsiegelung und Begrünung vollversiegelter Flächen wie Parkplätze, Innenhöfe und Vorgärten. Einen Überblick über Voraussetzungen, Förderquoten und Antragstellung findest du auf der Seite der Stadt Osnabrück.


Wie GOS Gärtner Osnabrück Entsiegelung praktisch umsetzt

Wir unterstützen dich bei:

  • der Analyse bestehender Belagsflächen,
  • der Planung von neuen Belagsflächen,
  • der Auswahl geeigneter Materialien,
  • der fachgerechten Ausführung inkl. Entwässerungsvorrichtungen.

Dabei achten wir darauf, dass dein Garten weiterhin nutzbar bleibt, z. B. für Pkw-Stellplätze, barrierearme Wege oder großzügige Terrassenbereiche.

Wenn du wissen willst, wie viel Fläche sich auf deinem Grundstück sinnvoll entsiegeln lässt, schauen wir uns die Situation vor Ort an und rechnen dir die Möglichkeiten durch.


FAQ

Was zählt als versiegelte Fläche?

Versiegelt sind Flächen, durch die kein Wasser in den Boden gelangt: Beton, Asphalt und Pflaster mit dichten Fugen auf gebundenem Unterbau. Als teilversiegelt gelten Beläge mit begrünbaren Fugen, Rasenpflaster oder wassergebundene Decken. Für Förderanträge ist diese Unterscheidung entscheidend.

Ist ein versickerungsfähiger Belag teurer als normales Pflaster?

Beim Material liegen die Systeme oft nah beieinander. Der Unterschied entsteht im Unterbau, der wasserdurchlässig aufgebaut sein muss und dauerhaft funktionieren soll. Die entstehenden Kosten sind vergleichbar mit einer klassischen Pflasterfläche. Entscheidend ist dabei die Wahl des Materials. Gegenzurechnen ist die mögliche Förderung durch die Stadt Osnabrück.

Wird Entsiegelung in Osnabrück gefördert?

Ja, über das Programm „Grün statt Grau“ der Stadt Osnabrück – allerdings nur für Grundstücke im Stadtgebiet. Gefördert wird die Entsiegelung vollversiegelter Flächen mit anschließender Begrünung. Zuschusshöhe, Fristen und Ablauf des Antrags stehen auf der Seite der Stadt Osnabrück.

Kann ich meine Einfahrt entsiegeln und trotzdem mit dem Auto darauf fahren?

Ja. Rasenfugenpflaster, Schotterrasen und versickerungsfähige Plattensysteme sind für PKW-Lasten ausgelegt, wenn der Unterbau stimmt. Wichtig ist die Aufteilung: Fahrspuren befestigt, Randbereiche begrünt. So bleibt die Einfahrt voll nutzbar und die versiegelte Fläche sinkt deutlich. Kreative Lösungen entwickeln wir mit dir zusammen in der Garten- und Freiraumplanung.